Strobe / Denk ich an Deutschland in der Nacht // Film & Party



EVENT – NIMM TEIL!


FR 05.05.2017
FILM & PARTY 22.30 // Filmgespräch mit ATA im Anschluss an die Vorführung
PARTY 23.00 // Warm-Up mit Upper:Cut, Kevko, Frank Reinhardt (2nd floor), … ATA DJ-Set

Ata

… als Athanassios Christos Macias wurde er 1968 in Frankfurt am Main geboren.
Im Alter von 14 Jahren lebte Ata mit einem GI Tür an Tür. Durch die dünnen Wohnraumwände konnte er die Bässe der nachbarlichen JBL-Boxen hören und war angefixt- Irgendwann einmal fragte er den Nachbarn nach seiner Musik und Zapp kennen. Später dann Kraftwerk (die ihn noch huete berühren und faszinieren), DAF, Visage, Police, Midnight Star.. Georg Clinton, P-Funk … Als er später einmal von einer lebensverändernden Clubnacht in Barcelona nach Frankfurt zurückkehrte entschied er, dass er DJ sein wollte und empfing seine Vision, die Stadt des Geldes und der Armut mit der Seele der Housemusik zu missionieren … und hat seitdem einen langen Weg zurückgelegt.

Atanasios Macias, kurz _Ata_, sitzt am 31.07.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) im Bahnhofsviertel der Stadt in seiner Bar „Plank“, die tagsüber auch ein Cafe ist. „Ata“, der als Frankfurter Urgestein gilt, gründete den bekannten Houseclub „Robert Johnson“, in dem er auch selbst regelmäßig auflegt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (zu lhe-Korr „Maximal angesagt bei minimaler Show“ vom 07.09.2014)

Ata gehört zu den wichtigsten Protagonisten der Technoszene seiner Geburtsstadt Frankfurt. Hier begann er seine DJ-Laufbahn in den späten achtziger Jahren. 1992 eröffnete er mit Heiko Schäfer den legendären Plattenladen Delirium, schuf unvergesslichen Nächte im Omen und initiierte seine Partyreihe Wild Pitch Club im Nachtleben FFM. Er gründete das Label Ongaku Music und wenig später, nachdem Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke als Produzenten hinzugestoßen waren, die Sublabel Klang Elektronik und Playhouse, auf dem u.a. auch Ricardo Villalobos veröffentlicht hat. 1999 eröffnete Ata Macias in einem Offenbacher Industriegebiet das Robert Johnson, einem der innovativsten und anspruchsvollsten Houseclubs Europas, musikalisch stets geprägt von Atas Handschrift und seitdem regelmäßig in den Top 10 der besten Technoclubs Deutschlands – in DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT wird er mehrfach gezeigt, von innen und außen, bei Tag und bei Nacht.

Als Gastronom war Macias seitdem an verschiedenen Clubs, Bars und Cafés in Frankfurt beteiligt. Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst widmete ihm 2014 eine Ausstellung u.a. mit Plakaten, Plattencovern und T-Shirts seiner verschiedenen Projekte.
Bei all dem nicht zu vergessen ist er immer noch der DJ mit den beliebten Marathon-Sets, die es schaffen das Leben auf den Kopf zu stellen. Wie auch immer Ata es schafft zu faszinieren – wenn er stoisch die Platten dreht, mit Hinagbe mixt, das Publikum zu führen – bleibt sein Geheimnis. Es bleibt zu vermuten … es sind Hingabe und Erfahrung.

Denk ich an Deutschland in der Nacht

NACHTGEDANKEN
Denk ich an Deutschland in der Nacht/
Dann bin ich um den Schlaf gebracht/
Ich kann nicht mehr die Augen schließen/
Und meine heißen Tränen fließen
– Heinrich Heine / Nachtgedanken / 1. Strophe / 1843

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Fünf DJs/Musiker bei der Arbeit im Studio, im Club, auf der Bühne. Außerdem: Persönliche Reflektionen über ihren Werdegang und die weite Welt der elektronischen Musik. Dazwischen: Bilder von leeren Clubs im Tageslicht, von vollen Tanzflächen in der Nacht, von den Umgebungen der Studios, in denen die Musik entsteht, die die Nacht zum Tag macht. Das sind die Elemente, aus denen DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT besteht.

Für den DJ Roman Flügel ist seine Arbeit das Schönste, was es gibt, etwas, das er niemals aufs Spiel setzen würde. In Romuald Karmakars neuem Dokumentarfilm geht es um fünf Pioniere der elektronischen Musik, die sich diese zum Lebensinhalt gemacht haben. Der Film beginnt mit einem Stillleben aus elektronischen Geräten: In einer Totalen blicken wir minutenlang auf Kabel, Schaltpulte, Verstärker, Keyboards und „Kontrolleure“, wie Ricardo Villalobos – dem Karmakar bereits 2009 einen Film widmete – die blinkenden Schaltzentralen im Bildhintergrund später bezeichnen wird. Zwischen eloquenten Reflexionen der Musikschaffenden in Interviewpassagen, still beobachteten Arbeitsprozessen im DJ-Heim und Bildern von schwitzenden Mengen bei Raves entspinnt sich langsam und sehr ruhig das selektive Bild einer Musikszene im Wandel.
Als einen riesigen, dicht gewobenen Teppich, dessen Ende man nicht sieht, bezeichnet Ata die aktuelle Szene, deren Ausdifferenzierung seit den 1990er-Jahren zu einer schwer überschaubaren Komplexität geführt hat. Karmakar versucht keinen lückenlosen historischen Abriss, sondern lässt stattdessen seine Bilder und die Protagonist*innen sprechen

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DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT ist der vierte Dokumentarfilm von Romuald Karmakar über Techno und artverwandte Stile. 196BPM (2002) und BETWEEN THE DEVIL AND THE WIDE BLUE SEA (2005) konzentrierten sich vor allem auf die performativen und körperlichen Aspekte von elektronischer Musik, VILLALOBOS (2009) auf einen Protagonisten der Szene. Mit DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT entwirft er das bisher umfassendste und tiefgründigste Bild einer Subkultur, die die letzten Jahrzehnte geprägt hat.
DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT ist eine Produktion von Arden Film (Berlin) in Koproduktion mit Rapid Eye Movies (Köln). Der Film feierte seine Weltpremiere auf der 67. Berlinale in der Sektion Panorama.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht“, die berühmte Zeile Heinrich Heines, ist sozusagen das rhythmische Modell für die schwebenden, fetten Klänge der DJs. Romuald Karmakars Kamera erforscht das Universum dieser Arbeiter am Sound, die alles tun, um den perfekten, alle mitreißenden Moment zu schaffen.
– arte cinema

„das Portrait einer ganzen Kultur“
Das Filter

„spirituell aufgeladene Seinserfahrung“
Spiegel Online

„Die Clubkultur soll durch die Bilder, den Sound und die Protagonisten erklärt werden und das ist unheimlich gut gelungen … Das Poetische, unglaublich Religiöse, Spirituelle des Techno, das haben die Protagonisten toll reflektiert.“
Deutschlandradio Kultur

„Es gehört vermutlich zu den größten Missverständnissen der jüngeren Musikgeschichte, dass Techno leicht zu verstehen sei … Romuald Karmakars schöner Dokumentarfilm gibt einen guten Eindruck von der Komplexität des Sujets.“
Critic.de

„ein Film voller Humor und kluger Gedanken“
RBB Kulturradio