Kino in der Kammer // Themenwoche: Unterwerfung

In seinem kontrovers diskutierten Roman »Unterwerfung«, der am 7. Januar 2015, dem Tag des Attentats auf
das Satiremagazin »Charlie Hebdo«, erschien, entwirft Michel Houellebecq ein provokantes Bild der Identitätskrise unserer europäischen Gesellschaft. In ironischer Pointierung zeichnet er die Zukunftsvision eines ökonomisch angeschlagenen und intellektuell zutiefst verunsicherten Frankreichs, das sich nach demokratischen Wahlen in eine islamische Republik verwandelt:

In der Theaterfassung von Ewa Teilmans wird unter Mitwirkung des Aachener Sinfonischen Chores und Opernchores außerdem das Verschwinden und Verstummen der Fra en zum Thema gemacht.

Anlässlich des Spielzeitbeginns laden die Partner zu einer Themenwoche ein, die ihren Abschluss in einer langen Filmnacht findet.


Kooperationspartner: Volkshochschule Aachen, Apollo Kino & Bar, Partnerschaft für Demokratie, Theater Aachen, DFKI Aachen
Tickets online kaufen


SA 24.06.2017
Kino in der Kammer

18.00
JE SUIS CHARLIE
: Einführung Frau Dr. Angelika Ivens (DFKI)
Frankreich 2015 // 90 Minuten // FSK: 0 // Französisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Daniel & Emmanuel Leconte

Am 07. Januar 2015 stürmten zwei islamistische Terroristen die Redaktion des Satire-Magazins CHARLIE HEBDO in Paris und richteten ein Blutbad an. Daniel und Emmanuel Leconte rekonstruieren in ihrem Dokumentarfilm den Ablauf des Anschlages, aber hinterfragen gleichermaßen, was Satire darf und was nicht. Außerdem beschäftigt sich JE SUIS CHARLIE mit den Auswirkungen, die dieser schwarze Januar-Tag auf die französische Gesellschaft gehabt hat. (Verleih)
………………….
20.30
DIE ENTFÜHRUNG DES MICHEL HOUELLEBECQ
Frankreich 2014 // 92 Minuten // Französisch mit englischen Untertiteln
Regie: Guillaume Nicloux

Im September 2011 war der französische Schriftsteller Michel Houellebecq kurzzeitig wie vom Erdboden verschwunden, als er auf einer Lesereise mit seinem Roman “Karte und Gebiet“ sein sollte. Wildeste Gerüchte kursierten im Internet über seine Entführung durch al-Qaida, durch Außerirdische. Manche Twitter-Autoren äußerten sich gar erleichtert, dass der umstrittene Autor plötzlich weg war. Dieser Film zeigt nun, was wirklich geschah: Drei beinharte Typen mit beeindruckend body-gebildeten Körpern bzw. Frisuren entführen den Star-Intellektuellen (Houellebecq als Houellebecq) aus seinem Alltagsstress von Wohnungsrenovierung – bloß kein skandinavisches Design! – und Autogrammjägern in eine prachtvolle ländliche Underdog-Idylle. Mit Hundedressur, Trizeps-Show, Schrottautos und polnischen Würstchen. Wer aber soll das Lösegeld bezahlen, vielleicht François Hollande? Michel hat Geburtstag, der mit reichlich Alkoholika und einer Überraschung namens “Fatima“ gefeiert wird. Und endlich maskieren sich die Entführer … das hatte den kettenrauchenden Houellebecq zuerst am meisten erschreckt. Unmaskierte Entführer verheißen nichts Gutes, das weiß schließlich jeder Krimileser. (Berlinale Katalog)
………………….
22.30
JACKY IM KÖNIGREICH DER FRAUEN
Frankreich 2013 // 94 Minuten // FSK: 12
Regie: Riad Sattouf

In der Volksrepublik Bubunne herrschen die Frauen, während Männer Schleier tragen, sich um den Haushalt kümmern und vor allem gut aussehen sollen. Pferde sind heilig und das Essen von Pflanzen verboten.
Der schöne 20-Jährige Jacky (Vincent Lacoste) sieht in seinem weinroten Schleier ganz besonders gut aus. Er lebt in einer kleinen Trabantenstadt und hat sich unsterblich in die zukünftige Diktatorin Bubunne XVII. (Charlotte Gainsbourg) verliebt. Eines Tages scheint für Jacky die Chance zum Greifen nah, die strenge Schöne für sich zu gewinnen. Denn deren Mutter kündigt einen großen Ball an, auf dem sich alle Jünglinge des Landes als Heiratskandidaten präsentieren sollen. Jacky setzt alles in Bewegung, um bei diesem Ball die liebste Herrscherin ins Herz zu treffen. Doch sein Onkel Julin (Michel Hazanavicius) ist davon gar nicht begeistert, er kämpft im Untergrund für die Revolution und die Rechte aller Männer…
Politisch unkorrekte Satire wäre wohl untertrieben: Die abgedrehte Komödie JACKY IM KÖNIGREICH DER FRAUEN ist ein Attentat auf die Lachmuskeln, ein Monty-Python-würdiger Anschlag auf Gender-Klischees und religiös-politischen Fundamentalismus. (Verleih)