Jessica Lange UNSEEN // Rahmenprogramm



18. Februar bis 8. April 2018 // Vernissage: Sonntag, 18. Februar, 12 Uhr // im KuK Monschau


Lange Erklärungen, wer Jessica Lange ist, sind überflüssig. Sechs Oscar-Nominierungen unterstreichen ihr Können als Schauspielerin, zwei Mal erhielt sie die höchste Auszeichnung in der Filmwelt sogar. Dass sie nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera – der Fotokamera – begnadet ist, wissen viele zwar nicht. Aber lange Erklärungen zu ihrer Fotokunst sind ebenso überflüssig. Analog zum russischen Künstler Wassily Kandinsky, der behauptete, der Punkt sei die Form, die am prägnantesten die Zeit ausdrücke, die Linie deren Kontinuität, hängen Langes Bilder, entstanden in einem Sekundenbruchteil, von nichts als dem (vielmehr ihrem) entscheidenden Moment ab, kompromiss- und reuelos.
Langes Fotokunst fokussiert unaufgeregt alles, was im Leben bewegt und das Leben bewegt. Und wie die Worte des US-amerikanischen Fotografen, Galeristen und Mäzen Alfred Stieglitz reflektieren: „Kunst ist, was vom Leben Notiz nimmt, und Leben – oder dessen Bedeutung – lässt sich überall finden.“ Daher beeinflussen Russland, Finnland, Italien, Langes Heimatstaat Minnesota und Big Apple New York als Schauplätze ihrer Motive der ersten Serie der Ausstellung Things I see nicht maßgeblich deren Aussagen. Vielmehr sind sie Vorlagen für Szenen, die Langes Aufmerksamkeit erhaschen konnten, auf die sie nun die des Betrachters lenkt. Die zweite Serie der Ausstellung Unseen mit insgesamt 132 Arbeiten, die in zwei Jahrzehnten entstanden sind, steht unter dem Titel Mexico, On Scene. Hier zeigt Lange dem Betrachter Mexico wie in einem persönlichen Reisetagebuch, das aber von den Menschen vor Ort geschrieben wird, und legt das Augenmerk auf Details, die Durchreisende übersehen würden: das Getöse der Volksmusik, den Duft der Dämmerung, den Lichtstrahl in den Schatten.