Fantasie und Weltaneignung // Rahmenprogramm



Rahmenprogramm zur Ausstellung im Couven Museum, Aachen


Fantasie und Weltaneignung – Historisches Spielzeug aus fünf Jahrhunderten // 05.05.–09.09.2018

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Kinder mit Spielzeug gespielt. Die Freiräume für das kindliche Spiel waren je nach den Lebensumständen nicht anders als heute sehr unterschiedlich. Spielzeug diente aber schon immer zur Beschäftigung und Freude der Kinder. Es bedeutete experimentelle Weltaneignung und Fantasietätigkeit, aber auch soziale Rollenunterweisung und Geschlechtersozialisierung.
Das christliche Mittelalter beargwöhnte bis weit in die Frühe Neuzeit das Kinderspiel als nutzlosen Zeitvertreib. Den Wert des Spiels für die Entwicklung der Heranwachsenden wusste erst die Pädagogik der Aufklärungszeit mehr und mehr zu schätzen. Im darauf folgenden Jahrhundert füllten Spielzeuge und Bücher die neuen bürgerlichen Kinderzimmer. Steigende Nachfrage bescherte der Spielwaren-Hausindustrie großen Aufschwung. Die erhaltenen Beispiele aus dieser frühen Zeit verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Die Ausstellung im Aachener Couven Museum präsentiert an die 70 Spielobjekte aus fünf Jahrhunderten. Zu den Höhepunkten zählen Puppen und Puppenstuben, Zinnfiguren, Automaten und weiteres „lehrreich unterhaltsame“ Spielgerät aus den Jahren 1680 bis 1860. Ergänzt durch Beispiele aus Kunst und Fotografie bietet diese Ausstellung ein Panorama zur Geschichte des Kinderspiels im Wechsel seiner Deutungen und Freiheitsgrade.