KÖHLERNÄCHTE – PURE HOLZKOHL

In schweren Gummistiefeln klettert Fränz Röösli auf den Kohleberg und stochert an der Spitze des Berges. Weißer Rauch steigt auf. In den faszinierenden, langsamen Bildern entführt Filmemacher Robert Müller die Zuschauer in die vergangene Welt der kommerziellen Holzkohleproduktion in der Schweizer Napf-Region.

Bis vor wenigen Jahren wurde noch in ganz Europa Holzkohle abgebaut. In der Schweiz gehörte sie zu den wichtigsten Einkommensquellen für die Bewohner der Regionen im Jura, Tessin und rund um den Napf. Noch heute ist dort ein Produktionsstandort im Wald rund um Bramboden im Entlebuch zu finden.

Der Dokumentarfilm „Köhlernächte“ porträtiert auf eindrucksvolle Weise das Leben und die Kultur der Bramdodener Köhler. Ein gefällter Baum und das Heulen der Kettensägen gehören genauso zur Landschaft wie die schwarzen, fast sakralen Rauchspuren im Mondlicht.

Der 70-jährige Fränz Röösli arbeitete wochenlang auf seinem Kohleberg. Er war dort Nacht für Nacht und schlief nicht länger als zwei Stunden. Erst wenn der Rauch bläulich wird, ist die Verkohlung beendet und der Berg hat seine Arbeit getan. In den Wäldern von Bramoden existieren neun Aktivkohlebrenner, die von Röösli, einem Lehrling und seiner Frau Doris Wicki betrieben werden. Zusammen produzieren sie 90 Tonnen Holzkohle pro Jahr. Im Jahr 2011 hat die UNESCO die Holzkohleproduktion in der Region Entlebuch als Kulturerbe der Schweiz eingestuft.

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