Das Dutch Mountain Film Festival ist in den Hügeln von Limburg schon seit 8 Jahren ein Begriff. Die Idee für das Festival entstand in einer hohen Felswand. Im Februar 2011 fand das erste DMFF im höchstgelegenen Kino des Landes statt.

Die Initiatoren und Kletterpartner Thijs Horbach und Toon Hezemans vergleichen das DMFF gern mit einem Abend in der Berghütte. „Wenn die Tür zu ist und sich alle zum Bergsteigeressen an den Tisch setzen, sind alle gleich. Ein unerfahrener Tourist sitzt neben dem gefeierten Bergsteiger, der Fotograf auf Wanderung neben einem muskulösen Extrem-Skifahrer. Da hört man spannende Abenteuer und werden Geschichten erzählt“. Während des Dutch Mountain Film Festival steht der Berg zentral. Der heitere Urlaubsort des Bergsportlers, das romantische Dekor der Bergkultur, das Thermometer des Klimawandels, der tödliche Herausforderer des Abenteurers, die ultimative Metapher des Unerreichbaren, das Ungezähmte, der Ursprung und die Inspiration. Und die Berge, die fangen hier an… Seit 2016 ist nicht nur die südlimburgische Hügellandschaft das Dekor für das DMFF, sondern finden auch einige Aktivitäten in Aachen statt. Damit ist das DMFF eines der wenigen grenzüberschreitenden Filmfestivals auf der Welt. Gemäß Toon und Thijs ist der Blick über die Grenze eine logische Entscheidung. 

Bereits im Jahre 1902 wurde eine Besteigung des Mont Blanc und 1915 die der Jungfrau  auf Film festgehalten. 1923 entstand eine beeindruckende Dokumentation der britischen MountEverest-Expedition. Die Bergsteiger George Mallory und John Irvine kehrten nie zurück. Wie sie sich jedoch als Pünktchen am Horizont durch die Todeszone bewegten, ist für ewig auf Film festgehalten. In den Filmen des Deutschen Arnold Fanck stand das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zentral. Fanck begann während der Abfahrten auf Skiern mit dem Filmen. Später dachte er sich Geschichten zu seinen Filmen aus, in denen Besteigungen immer öfter eine Rolle zu spielen begannen. In einer Zeit, in der Filme meist Studioproduktionen waren, bezauberte er das Kinopublikum mit revolutionären Filmlösungen, wie Inszenierungen bei Gegenlicht und das Montieren von Kameras auf Skiern. In den 50er-Jahren wurden dann endlich die höchsten Gipfel bezwungen und das bescherte uns spektakuläre Dokumentationen. Eine Live-Reportage der Besteigung einer 130 m hohen Felsnadel in Schottland war ein folgender Meilenstein. Dieses buchstäbliche Reality-TV fesselt ein Millionenpublikum. Britische Bergsteiger werden bei ihrem Kampf auf dem Fels bei jedem Schritt von der Kamera beobachtet. Eine unglaubliche Operation, die ganze Filmausrüstung auf das Kliff zu schleppen. Extreme Besteigungen sollten von nun an aus nächster Nähe gefilmt werden.

In letzter Zeit kann man von einem Wiedererwachen des Bergfilms als Spielfilm sprechen. Der fiktive Bergfilm bekommt neuen Inhalt in der Form von romantisierten Geschichten über historische Besteigungen. Gerade aufgrund seines zeitlosen, romantischen Ausgangspunktes kann der Bergfilm sich weiterentwickeln. Vieles ist bisher nur teilweise erkundet. So kann man den Schwerpunkt auf die Person des Bergsteigers verlegen. Könnte er trotz seines Mutes, seines technischen Könnens und Durchsetzungsvermögens Schwierigkeiten mit den Anforderungen haben, die das Leben außerhalb der Berge an ihn stellt? Auch besteht das Bedürfnis nach einer weniger traditionellen Betrachtung des Lebens der Bergbewohner. Ist der einfache Bergbauer mit dem Herzen auf dem rechten Fleck wirklich so gesund und glücklich? Ohne den westlichen, ethnozentrischen Blickwinkel ist die Härte des Lebens der Bergvölker und ihr eigenes Erleben ihrer Umgebung auf der Leinwand noch kaum erschlossenes Terrain. Aber vor allem haben Bilder von unberührter Natur heutzutage eine Dringlichkeit, die die Romantik übersteigt. Die Erde wird vollständig verkannt. Zugleich jedoch beinah vollständig von uns kolonisiert und beeinflusst. Gletscher schrumpfen und Bergwände verschieben sich unter dem Einfluss des Klimawandels. Das stimmt wehmütig, kann aber auch katastrophale Folgen nach sich ziehen. Tab-Inhalt